Die "3D-Methode"

                        


2. DIE „3D-METHODE“

Eine Fülle von Ressourcen

Techniken 2: Die "3D-Methode"                                                                                            Text Nr. 13

0. Intro

Schon seit einigen Jahren hat sich die „3D-Methode“ in verschiedensten Anwendungsfeldern der Hypnosetherapie bewährt. Sie erfüllt viele therapeutische Wünsche aufs Mal, sowohl auf Seiten des Therapeuten wie auch des Patienten. Beide wünschen sich:

• Eine möglichst einfache und sichere Technik, die auch leicht als Selbsthypnosetechnik zu erlernen ist ...

• Eine Methode, die klar strukturiert und doch völlig offen ist, um jedem Patienten seine volle, einzigartige Entfaltungsfreiheit zu belassen ...

• Das hypnotische Erlebnis soll für den Patienten direkt und zuverlässig wohltuend sein, damit er in die Welten der Hypnose von Anfang an Vertrauen findet ...

• Für den Therapeuten soll sie leicht erinnerbar und möglichst problemlos anwendbar sein, auch in schwierigen Situationen ...

• Und wenn wir noch etwas wünschen dürfen ...  schön wäre es, wenn sie zu allem noch bei möglichst allen Patienten anwendbar wäre.

Die „3D-Methode“ erfüllt diese Wünsche in breitestem Masse. Ihre Fortschritt induzierenden Wirkungen sind immer wieder überraschend. Auch weisen sie unvermeidlich in die richtige Richtung, vorausgesetzt, der Therapeut befolgt die Regeln des „konsequenten, interaktiven Explorierens“ (s. Texte „Explorieren“)

In einer Reihe von Texten werde ich diese Methode zuerst an einem einführenden Beispiel vorstellen, und sie danach Schritt für Schritt vertiefen.


             1. Die "3D-Methode": Entstehung

                Link zur Audioversion

                    Die Geburtsumstände: Hitze, Ratlosigkeit und eine neue Patientin ...

                    Den Mut nicht verlieren ...

                    Nach den Wünschen der Mittelpunkt ...

                    ... und der paradoxe Raum

                    Jetzt die Wirkungen ...

                    Das Happy End ...

                    Ein paar Gedanken dazu ...


             2.  Die 3D-Methode unter die Lupe genommen

                Die „3D-Methode“ hat eine Struktur: das Grundrezept

                    Formulierungsvorschläge



Literatur

Frick, H. (2013). Die 3D-Methode nach Jean Philip Zindel, eigene Anwendungsbeispiele.                        CH-Hypnose, 24, (1)

Zindel, J. Ph. (2014). Die 3D-Methode und ihre Anwendungen. Hypnose-ZHH, 9 (1+2), 15-30

http://www.heinifrick.ch/zindel_3d.html 




Techniken 2: Die "3D-Methode"                                                                                            Text Nr. 14

1. Die Entstehung

Diesen Text Nr. 14 können Sie sich auch als Leckerbissen anhören, vorgelesen von meinem Cousin Ueli Zindel, der früher schweizweit bekannten Stimme der Nachrichten von Radio srf.

Klicken Sie auf den untenstehenden Button.



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         Die Geburtsumstände: Hitze, Ratlosigkeit und eine neue Patientin ...

Es ist schon manches Jahr her, an einem ungewöhnlich heissen, tropischen Sommernachmittag, einer wie wir solche erst wieder in diesem Jahr erlebt haben. In solchen, peinigenden Momenten hat der Schweiss offensichtlich alle guten Ideen weggeschwemmt. So sass ich da, matt und halb betäubt. Mir gegenüber eine Patientin, die ich zum ersten Mal sah und die daran war, ihren ersten Eindruck von mir zu gewinnen. Prüfend und erwartungsvoll betrachtete sie mich, nachdem sie mit der Schilderung ihres Problems – das ich sicher irgendwie mitbekommen hatte – zu Ende war. Mit dem besten Willen wollte mir kein Plan einfallen, welche Richtung einschlagen.


           Den Mut nicht verlieren ...

Bekanntlich – so sehe ich es zumindest – besteht die beste Lösung in solchen Situationen darin, eine Hypnose vorzuschlagen. Was ich mit Erleichterung auch tat und ihr vorschlug, die Augen zu schliessen, einen mentalen Spaziergang durch ihren Körper zu machen (man riskiert dabei nicht allzu viel), und dann... ja, was dann? Ich wünschte mir sehnlich einen guten Einfall. Beim Stichwort „wünschen“ fiel mir ein: Ich konnte die Patientin einfach fragen, was sie sich wünscht. So war schon zumindest mein Wunsch in Erfüllung gegangen (ich hatte einen Einfall ... ) und der Ball war bei ihr. 

Dieser erste Einfall wurde auch gleich von einem zweiten ergänzt: Ich liess sie ihren Wunsch rechts neben sich platzieren. Ihre Antwort kam auch sofort: Sie wünschte sich ihren Hund. Das klang sympathisch, und ermunterte mich weiterzumachen: „Was wünschen Sie sich jetzt links von Ihnen?“  Da fand sich bald ihre beste Freundin. Sie war jetzt links und rechts gut eingerahmt. Doch schon wieder stellte sich mir die Frage, wie weiter. Unter der Last der  Ermattung lässt man sich gerne verführen, einfach immer mehr und mehr vom Gleichen zu machen. Also fragte ich sie: „Was wünschen Sie sich jetzt hinter Ihnen?“ Nach kurzem Zögern stand ihre Mutter gross hinter ihr. 

Dadurch angespornt verfolgte ich diesen Pfad weiter: „Was wünschen Sie sich jetzt unter Ihnen?“ Einen Sandstrand. Und weiter: „Was wünschen Sie sich jetzt über Ihnen?“  Recht erwartungsgemäss zog sich ein blauer Himmel über ihr, und bei der Frage, was sie sich vor ihr wünschte, breitete sich anziehend das blaue Meer aus. So war also eine Art dreidimensionales „Safe place“ entstanden, das aber die Besonderheit aufwies, dass es aus einzelnen Bausteinen aufgebaut war.


         Nach den Wünschen der Mittelpunkt ...

Ich hatte natürlich in meiner Gegentrance versucht, mich etwas in ihre Situation hineinzufühlen, und empfand mich in der Mitte dieses wohltuenden Bildersextetts durchaus wohlig und willkommen: Rund um mich herum, in allen Richtungen Wünsche, ich im Mittelpunkt eines kleinen Schlaraffenlandes. Mich auf meine Empfindung stützend machte ich sie darauf aufmerksam, dass sie sich jetzt im Mittelpunkt befinde... und wollte gleich weiterfahren, doch sie unterbrach mich: „Nein, ich will nie im Mittelpunkt stehen!“. Gut schweizerisch und interessant... Aber: Warum gleich nachgeben, wenn man die objektive Wahrheit auf seiner Seite hat? Ich fuhr also fort: „Sie sind in der Mitte zwischen Ihrem Hund und Ihrer Freundin, in der Mitte zwischen Ihrer Mutter und dem Meer, und ebenso in der Mitte zwischen dem Strand und dem Himmel. Ist es schlimm für Sie?“  Natürlich war es nicht. Und so schaffte sie es schnell, ihr Dasein im Mittelpunkt anders wahrzunehmen, als ein zentriert Sein im Leben. Sie verweilte einen Moment bei diesem guten Gefühl, um sich das fest einzuprägen.


             ... und der paradoxe Raum

Sie empfand auch bald ihre sechs Wünsche um sich herum als einen weiten, schützenden und stärkenden Raum, der sie umhüllte. Da kam mir der Einfall, ihr ein Paradoxon kurz aufzuzeigen: Dieser Raum war zwar sicherlich aussen um sie herum gespannt, befand sich aber gleichzeitig in ihr drinnen, da es sich ja um ihre inneren Bilder und nicht um eine äussere Realität handelte. Gleichzeitig innen und aussen, das ist nur in der Trance möglich. Mit dieser Bemerkung ergab sich die einfache und elegante Möglichkeit, ihren Trancezustand zu ratifizieren.

         Möbiusband 1

     

  Jetzt die Wirkungen ...

Ich kam langsam in Fahrt. Mich nahm wunder, ob sie auch etwas von der Wirkung dieser rund um sie herum platzierten Wünsche wahrnahm. Ich fragte sie: „Können Sie irgendetwas wahrnehmen von einer Wirkung, die von ihrem Hund ausgeht?“  Ja, ihr Hund strahlte Wärme und Sicherheit aus. Dann war ihre Freundin dran, und von ihr kommend fühlte sie Verständnis. Jetzt kam die Mutter dran, und jetzt wurde es echt spannend. Plötzlich wurde die Patientin zum kleinen Mädchen (wir bemerken eine spontane, in keiner Weise von mir suggerierte Altersregression!), das zu den Wellen des herrlichen Meeres rennen wollte.

Die gleichzeitig auf einen Schlag übergross gewordene Mutter aber hielt sie mit riesiger Pranke zurück und flösste ihr eine lähmende Angst ein. Da war plötzlich nichts mehr da von sich geschützt fühlen. Der Patientin liefen jetzt die Tränen. Recht bald aber klärte sich in ihr, dass ihre Mutter schon immer ihre eigenen Ängste auf sie übertragen hatte und dies immer noch tat. Ich liess sie bei diesen Gefühlen. Nach einer Weile hatte sie sich aufgefangen und wirkte sehr erleichtert. Sie war trotz mütterlicher Ängste ins Meer gerannt und hatte sich herrlich in den salzigen Wogen vergnügt.


           Das Happy End ...

In der nächsten Sitzung berichtete sie, dass sie zu ihrer Mutter seither ein viel klareres, abgegrenzteres Verhältnis spüre und ihre eigenen Ängste deutlich zurückgegangen waren. Es hatte also spontan ein regelrechter therapeutischer Prozess stattgefunden. Nach wenigen Sitzungen schloss sie diese Therapie ab.


            Ein paar Gedanken dazu ...

Diese Erfolgsstory gab mir zu denken. Konnte es wirklich so einfach sein? Wenn wirklich etwas daran war, musste ich es nochmals ausprobieren, von Kollegen ausprobieren lassen, und mir Gedanken machen, woran es liegen mochte.

     – Mit der Zeit kristallisierte sich immer deutlicher heraus, dass dem Wort „wünschen“ ein Kern von Zauberwirkung innewohnt, und dass es unbedingt darum geht, diese Wirkung möglichst behutsam zu schützen. Sich Dinge wünschen ist nämlich zum einen eine ganz einfache Sache, die jeder Mensch jederzeit mühelos kann. Gleichzeitig wird im „Wünschmodus“ alles spielerischer, nirgends ist Druck vorhanden, und man kommt in eine leichtfüssige Form von Träumen. Man muss gar nichts.

Hier ist es also wichtig, im Formulieren nicht der Versuchung zu verfallen, das Wort „vorstellen“ einzubringen, etwa: „Stellen Sie sich etwas vor, das Ihnen gut tut“. Eben nicht! Es würde den Druck mit sich bringen, ein Bild zu konstruieren, und zudem müsste dieses Bild auch mit Sicherheit gut tun. Im weiteren gibt es Menschen, die sich Dinge visuell gar nicht so einfach vorstellen können, und dies bald als Scheitern wahrnehmen. Und es gibt auch eine Menge Dinge, die man sich wünschen kann, und für die es gar kein konkretes, vorstellbares Bild gibt: z.B. Freiheit, Liebe, Selbstsicherheit usw. Die Aufforderung, sich den Wunsch vorzustellen, würde den Zauber nur verscheuchen.

     – Ebenso erwies sich die freiheitsfördernde Wirkung des Wörtchens „jetzt“ als sehr bedeutsam. Was nämlich jetzt ist, ist einfach jetzt so, und muss nicht immer so sein. Es kann immer und immer wieder anders werden. „Jetzt“ tanzt locker in der Gegenwart daher. „Jetzt“ zwingt aber nicht, immer anders zu sein. So kann ein bewährtes Päckchen von hilfreichen Wünschen, das sich mit der Zeit herausbildet, jederzeit in der gleichen Zusammensetzung als „Notfallkoffer“ zum Einsatz kommen... und wird sich doch nie ganz genau wiederholen. Denn, nach Heraklit, kann man nie zwei Mal im selben Wasser desselben Flusses baden.

       – Um die hypnotische Beziehung zu charakterisieren, benütze ich gerne die Bezeichnung „Brutkasten für unbewusste Ressourcen“, ein Thema, auf das ich in späteren Texten genauer eingehen werde. Wenn wir jetzt die aus den sechs Wünschen bzw. Ressourcen aufgebaute Hülle betrachten, drängt sich eigentlich dieselbe Metapher auf: Auch sie entspricht einem Brutkasten, der mit behaglicher Wärme die unausgebrüteten Potenziale des Unbewussten zur Entfaltung bringt. Der Unterschied zwischen den beiden Brutkästen liegt eigentlich nur darin, dass der erste aus einer interpersonellen Beziehung zwischen Therapeut und Patient besteht, während der zweite „self-made“ ist und aus inneren Bildern besteht. Beides ist hypnotisch ...

Nun haben Sie einen Eindruck von der „3D-Methode“ erhalten. In kommenden Texten werde ich selbstverständlich noch eine genauere „Gebrauchsanweisung“ anbieten, einige Besonderheiten besprechen und sie mit Anwendungsbeispielen illustrieren.


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1 Bei diesem Bild handelt es sich um ein „Möbiusband“. Das Besondere daran ist, dass es nur eine Fläche bzw. nur eine Seite besitzt, und auch nur eine einzige Kante. Es gibt kein Oben und kein Unten, kein Innen und kein Aussen. Recht hypnotisch oder?


Techniken 2: Die "3D-Methode"                                                                                            Text Nr. 16

2. Die 3D-Methode             unter die Lupe genommen

Nach dem Lesen meiner Bekenntnisse zur Entstehungsgeschichte der „3D“ werden sich Manche hinsichtlich meiner geistigen Verfassung während der Therapiesitzungen gewisse Fragen gestellt haben, ob ich öfters so planlos vor mich hin vegetiere und verpennt bin. Bin ich nicht.

Die Absicht meiner Erzählung war vielmehr, den vielleicht manchmal unsicheren Lesern Mut zu machen, solche Zustände von Unsicherheit als Gelegenheiten wahrzunehmen, um Neues aus sich heraus entstehen zu lassen. Was mir nämlich an jenem heissen Nachmittag geschah, kann schliesslich jedem passieren... Andererseits ist dabei auch – so hoffe ich – klar geworden, dass die Anwendung der Methode von Seiten des Therapeuten nicht wirklich viel Energie erfordert (erste gute Nachricht...), und dass sie dem Patienten gleichzeitig einen farbenfrohen Strauss an Ressourcen eröffnet (zweite gute Nachricht...) und sogar einen therapeutischen Prozess auslöst (dritte gute Nachricht). 

Diese Anekdote war nur der Anfang. Die „3D-Methode“ hat seither eine klare Struktur erhalten, die eine Fülle von Erweiterungen und Varianten offenlässt. Ja, sie lädt den Therapeuten zu Kreativität förmlich ein. Ebenso hat sich die Bandbreite der möglichen Anwendungsbereiche im Laufe der Zeit herauskristallisiert. All dies wird Gegenstand der nächsten Texte zu dieser Methode sein. Als Erstes zunächst ein Blick auf die Struktur der „3D-Methode“ aus der Vogelschau.


Die „3D-Methode“ hat eine Struktur:                                                  das Grundrezept

1. Man nehme wie immer einen Patienten1  mit offenen Augen.

2. Man lade ihn ein zu prüfen, ob er die Augen lieber schliessen oder offen halten will.

3. Alsdann schlage man ihm vor, einen Wahrnehmungsspaziergang durch seinen Körper zu machen. Alternativ dazu kann jede andere, einfache Induktionsmethode gewählt werden.

4. Man frage ihn nun, was er sich jetzt rechts neben sich wünsche.

5. Man tue dasselbe nacheinander mit der linken Seite, mit hinten, unten, oben und vorne.

6. Ist dies zur Zufriedenheit des Patienten geschehen, mache man ihn darauf aufmerksam, dass er sich im Mittelpunkt eines hilfreichen Raums befindet.

7. Sogleich benütze man die Gelegenheit, eine bemerkenswerte, paradoxe Eigenschaft dieses Raums zu betonen, nämlich dass dieser sich gleichzeitig um den Patienten herum und in ihm drinnen befindet, dass sich also die Grenze zwischen innen und aussen aufgelöst hat.

8. Dann lade man ihn ein, sich die Frage zu stellen, ob er von seinem Wunsch rechts neben ihm irgendeine Wirkung verspüre, und verfahre dann ebenso nacheinander mit den andern fünf.

9. Schliesslich lasse man das Ganze eine angemessene Zeit schmoren ...


Oder zusammengefasst im Überblick:






1. Induktion mit/ohne Augenschluss, Körperspaziergang

2. Die 6 Wünsche

3. Zentrierung

4. Paradoxer Raum

5. Die 6 Wirkungen







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1 Mensch, der leidet und kompetente Hilfe sucht


Formulierungsvorschläge

Zum Start

„Sind Sie einverstanden, sich die Frage zu stellen, ob sich Ihre Augen jetzt lieber schliessen möchten oder offen bleiben?... (und dann, egal, welche Reaktion kommt:) Prima! ... wären Sie jetzt einverstanden, Ihren Körper zu fragen, ob es noch irgendetwas gibt, was Sie tun könnten, damit er sich noch ein bisschen wohler fühlt?... Prima!“


Körperspaziergang

„Nun schlage ich Ihnen vor, Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Füsse zu richten, und dort nur wahrzunehmen, was Sie gerade jetzt spüren können ... ob kalt oder warm? ... Können Sie die Schuhe wahrnehmen? ... den Kontakt mit dem Boden? ... und dann die Unterschenkel? ... die Knie? ... die Oberschenkel? ... einfach nur wahrnehmen ... nichts ändern wollen ...“  (und dann in dieser Weise weiter, den ganzen Körper hinauf, Körperteil nach Körperteil).


Erster Wunsch rechts

Sind wir beim Scheitel angekommen, halten wir inne: „Vielleicht können Sie jetzt spüren, dass Ihr Körper allein durch Ihre neutrale, absichtslose Aufmerksamkeit begonnen hat, sich hier oder dort zu entspannen ... ganz von alleine ... eine gewisse Ruhe, die eingekehrt ist ... Super! ... Und jetzt schlage ich Ihnen vor, dass Sie sich die Frage stellen, was Sie jetzt am liebsten rechts neben sich hätten ... was Sie sich jetzt rechts neben sich wünschen ... einfach so ... spontan ... Sie können sich Zeit nehmen ...“  Wir warten etwas zu, ob wir eine Regung erkennen. Wenn nicht, können wir ermunternd offene Vorschläge machen: „Es kann etwas Beliebiges sein, ein Mensch, ein Gegenstand, ein Tier, eine Landschaft, eine Musik, ein Gefühl ...“  Und dann: „Sobald Sie diesen Wunsch gefunden haben, steht es Ihnen frei, ob Sie ihn mir mitteilen möchten, oder ob Sie mir durch ein feines Kopfnicken zeigen wollen, dass Sie Ihren Wunsch gefunden haben.“


Anerkennung

Sobald der Patient signalisiert, dass ein Wunsch erschienen ist, reagiere ich nahezu stammhirnmässig und sage: „Super!“ oder „Wunderbar!“, egal ob ich erfahren habe, was es ist, oder im Dunkeln tappe. Dies tue ich mit dem besten Gewissen der Welt, denn damit würdige ich, dass diesem Wunsch mit unumstösslicher Bestimmtheit etwas Konstruktives zugrunde liegt.


Die anderen fünf Wünsche

Einerlei, ob der Patient mir seinen Wunsch anvertraut – dann notiere ich ihn kurz – oder ob er ihn für sich behält (manchmal hat man Wünsche, die intim bleiben wollen), fahre ich fort: „Sind Sie einverstanden, das gleiche jetzt mit der linken Seite zu tun: Was wünschen Sie sich jetzt links von Ihnen?“ und ich fahre nach dem genau gleichen Muster fort. Sobald ich wieder mein „Super!“ habe aussprechen können, schreite ich weiter und stelle im gleichen Sinn immer wieder die Frage, was er sich jetzt hinter ihm, unter ihm, über ihm und vor ihm wünsche. Diese Reihenfolge ist dabei nicht zwingend.


Zentrierung und paradoxer Raum

„Wunderbar. Jetzt lade ich Sie ein, sich bewusst zu werden, dass Sie im Mittelpunkt stehen ... (da mache ich aus der Erfahrung mit meiner ersten Patientin heraus eine kleine Künstlerpause: „Im Mittelpunkt sein ...“:  Wie reagiert der Patient darauf? s. Text Nr. 14) ... im Mittelpunkt Ihrer sechs Wünsche ... Sie sitzen ja in der Mitte zwischen dem Wunsch rechts und dem Wunsch links, in der Mitte zwischen dem oben und dem unten, und ebenso in der Mitte zwischen dem vor und dem hinter Ihnen ... Rund um Sie herum, in allen drei Dimensionen, spannt sich ein hilfreicher Raum auf ... bestehend aus Ihren sechs Wünschen ... und dieser Raum weist eine interessante Eigenschaft auf: Er befindet sich gleichzeitig aussen um Sie herum und in Ihnen drin ... Es sind ja alles Ihre inneren Bilder ... es gibt keine Grenze mehr zwischen innen und aussen ... im normalen Wachzustand ist dies nicht möglich ...“


Die sechs Wirkungen

„Jetzt schlage ich Ihnen vor, sich Ihrem Wunsch rechts zuzuwenden und sich zu fragen, ob Sie vielleicht von dieser Seite her kommend irgendeine Wirkung verspüren können... vielleicht eine Kraft ... vielleicht eine besondere Ruhe ... vielleicht wird auch nichts Besonderes spürbar ... und wenn Sie etwas spüren ... lassen Sie es wirken ... Super! ... und dann können Sie sich dem Wunsch links zuwenden. .. und die beiden Wirkungen vergleichen ... “  So geht es dann weiter, bis alle sechs möglichen Wirkungen erkundet und verglichen sind und sich gegebenenfalls miteinander verweben.


Der Abschluss

„Nun lassen Sie sich Zeit, damit diese Wirkungen ihre Arbeit verrichten können ... bleiben Sie so lange dabei, wie es für Sie interessant ist ... bis Sie einen für Sie guten Abschluss finden ... und dann können Sie ganz auf Ihre Art und Weise in den normalen Wachzustand zurückkehren ... Guten Morgen!“



Gewisse ganz einfache, aber wesentliche Punkte sind bei der Anwendung der „3D-Methode“ allemal zu beachten, wie beispielsweise die Formulierung „wünschen“ und nicht „vorstellen“, das „Super!“, oder die Haltung des „konsequenten interaktiven Explorierens“. Weshalb dem so ist, und Vieles mehr dazu erfahren Sie in den nächsten Texten ...

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