Wozu und für wen ich schreibe


Wozu?

  • Erwarten Sie hier nicht einen Blog im üblichen Sinn: Sie finden hier keine täglich aktualisierten  Kommentare zu „breaking news“ aus der Hypnoseszene. Auch suchen Sie vergeblich nach profunden Kommentaren zu neu erschienenen wissenschaftlichen Artikeln. Schon gar nicht werden Sie über einen "Live-ticker" an meinen augenblicklichen Befindlichkeiten teilhaben können
  • Was Sie hier finden werden, ist eine laufend wachsende Anzahl von kurzen Texten, die unterschiedliche Bereiche aus der Hypnosetherapie beleuchten. Es handelt sich um Themen, mit denen ich mich schon lange auf meine Art auseinandersetze, und die ich auch schon seit langem in meinen Seminaren und Supervisionen immer wieder erörtere, über die ich aber noch nie ausführlich geschrieben habe.
  • Wozu überhaupt schreiben? Dafür gibt es zwei Hauptgründe. Der erste ist, offen gestanden, egoistisch: Ich schreibe für mich, weil ich mich mit dem Griff zur Feder (oder besser: zur Tastatur) zwingen kann, in mir Erdachtes, das ich über Jahre immer und immer wieder zum besten gebe, nochmals wirklich gründlich durchzudenken und zu reflektieren. Grund zwei: Bisher bot ich als schriftliche Unterlagen für meine Kurse nur PowerPoint-Folien an, und diese pflege ich so schlank wie möglich zu halten. Wer im Nachhinein einen meiner Kurse nochmals gedanklich durchgehen wollte, war mager bedient. Jetzt lässt sich dies bequem und einfach über den Link zu diesem Blog nachholen, und ich darf mich erst noch zufrieden, auf einem akzeptableren Niveau der Modernität bewegen ...

Warum als Blog?

  • Seit Jahren brütete in mir die Idee, eines Tages vielleicht ein Buch zu schreiben, ein innerer Drang, dem ich mich bisher stets erfolgreich widersetzten konnte. Vor meinem Erscheinen auf dieser Welt sind nämlich mehr als genügend Bücher aller Art und Gattungen über Hypnose geschrieben worden, und mein Ziel ist nicht, eines mehr zu veröffentlichen, um mir ein Denkmal zu setzen. Zum andern bedarf es, will man ein Buch effizient schreiben, einiger wichtiger Fähigkeiten, und die wurden mir nicht in die Wiege mitgegeben.
  • Ausgerechnet mir als notorischem Digitalmuffel erschien plötzlich der Blog als eine Offenbarung! Diese moderne Form der Publikation schenkt mir die wunderbare Freiheit, etwas dann zu veröffentlichen, wenn es gerade reif ist, möglicherweise auch nur etwas Kurzes. Im Gegensatz zum Buch, das einmal gedruckt als unveränderlicher Block so gemeisselt bleibt wie es ist,  macht die permanente Interaktivität mit dem Leser1  den Blog zu einem lebendigen, immerfort wachsenden Körper. Gewissermassen ein „Perpetuum Work in Progress“2. Ausserdem bietet es mir stündlich die Chance, mich wenn nötig aus dem Geschehen herausschleichen zu können, sollte sich mein Unterfangen als missglückte Seifenblase erweisen ... Das passt mir viel besser.

Für wen?

  • Beim Niederschreiben dieser Texte sehe ich vor meinem Auge in erster Linie meine Supervisanden und die Teilnehmer meiner Kurse. Nicht selten werden sie durch meine kompakte Arbeitsweise recht gefordert (ich sehe es dann den erschöpften Gesichtern an). Dieser Blog soll für sie nachträglich etwas schadenmindernd wirken können ...
  • Ich hoffe auch, mit diesem Blog das Interesse für meine Sichtweise der Hypnosetherapie bei einigen Hypnotherapeuten3  zu wecken, die damit noch nicht vertraut sind.  

  •  Willkommen ist natürlich auch jeder Leser, der sich einfach unvoreingenommen für die Hypnose interessiert, durstig ist nach Anregungen, und auch Spass hat an manchmal provokativen Denkanstössen.
  • Weniger aufregend hingegen werden meine Ausführungen für Party-Esoteriker und für Showtime-Liebhaber ausfallen, die in der Hypnose Übersinnliches wittern oder Glamour und Sensation finden wollen.

Wie ist der Inhalt aufgebaut?

  • Die Textur dieses Blogs baut sich auf einer Reihe von parallelen Grundsträngen (z.B. „Prinzipien“, „Techniken“ etc.) auf, in die dann die einzelnen, zugehörigen Themen als Unterstränge hinein gewoben werden (z.B. „Explorieren“, „Abschied“, bzw. „3D“ oder „Den Raum füllen“). 
  • Jedes einzelne Thema wird je nach Umfang in einem oder in einer logischen Folge von mehreren Texten ausgearbeitet. Die einzelnen Texte können zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Blog erscheinen.

        Welcher Geist weht im Hintergrund dieses Blogs?

  • Bewusst distanziert sich dieser Blog von der Idee eines Lehrbuchs oder eines Lehrgangs in Hypnosetherapie, sonst müsste er als ein abgeschlossenes Ganzes auftreten können. Schon gar nicht hegt er den Anspruch, ein neues therapeutisches Lehrgebäude vorzustellen. Ich habe nichts zu lehren. Ich habe vermutlich auch nichts Bahnbrechendes oder noch nie Beobachtetes entdeckt. Wenn ich allenfalls ein Verdienst für mich beanspruchen darf, dann höchstens, dass ich zeitlebens konsequent versucht habe, die Dinge der Welt mit eigenen Augen zu untersuchen und nie mir die Kleider Anderer anzuziehen. Der Mainstream4 war nie mein Ding. In diesem Blog versuche ich, in möglichst reiner Form meine eigenen Erfahrungen und meine dazugehörigen Gedankengänge zusammenzufassen und zur öffentlichen Diskussion zu stellen – natürlich in der Hoffnung auf möglichst viele spannende Anregungen von Seiten der Leser. 

  • Meiner Natur folgend bin ich in Sachen Hypnose – wie in allen anderen Dingen dieser Welt – immer auf der Suche nach dem, was sie „im Innersten zusammenhält“, fernab von überlieferten Lehrmeinungen. Ständig treibt es mich, immer von neuem zu hinterfragen, was die Hypnose eigentlich in der Wirklichkeit wirklich bewirkt, und wie sich das allenfalls erklären könnte. Dies bedeutet nicht, dass alles, was vor mir geschrieben, gesagt oder gedacht wurde, verwerfe oder verachte. Neugierig nach neuen Ideen, die Andere mir vermitteln, versuche ich trotzdem immer, meine eigenen Augen und meinen eigenen Verstand einzusetzen, um fremde Thesen zu überprüfen. So versuche ich, schliesslich  zu einer eigenen, möglichst durchdachten und durch die Praxis bestätigten Ansicht zu gelangen. 

  • Es gibt Menschen – man nennt sie vielleicht "Gelehrte" – die erreichen den Höhepunkt ihrer Laufbahn, wenn das, was sie sagen und schreiben, von niemand mehr wirklich verstanden, dafür aber umso mehr bewundert und verehrt wird. Mein Ziel geht in eine andere Richtung: Ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen beim Lesen meiner Ausführungen mit einem inneren Gefühl reagieren im Sinne von: „Wusste ich das nicht eigentlich schon vorher?
  • Eine Prise Philosophie, ein Körnchen Humor sollen als Salz die Suppe meines Blogs würzen. Sind wir einmal gespannt, was daraus wird ...



 "Je n'enseigne point, je raconte."  

(„Ich belehre nicht, ich erzähle“,  

Michel de Montaigne  1533-1592, Essais, livre 3, chap. 2)

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1  Leser: Mensch, der daran ist, etwas zu lesen

2  Sorry, liebe Philologen, für das abscheuliche Sprachengewurstel ...

3  Hypnotherapeut, Hypnosetherapeut usw. : Mensch, der adäquat ausgebildet ist, leidende                                                                                                                       Menschen mit Hypnose zu behandeln

4  Mainstream: ein Fluss, in dem ich höchst ungern schwimme. Er ist voller Piranhas!